Inhalt
- Den richtigen Protein-Feuchtigkeits-Ausgleich finden
- Die Tests zur Bestimmung Deiner Locken
- Das Shampoo und die CGM oder doch der Co-Wash?
- Gesunde Ernährung als fester Bestandteil der Curly Girl Methode
- Der Fokus auf die Inhaltsstoffe
- Kämmen und Bürsten ist nicht erlaubt vs. Brush-Styling
- Unser Fazit
Wir kennen sie mittlerweile fast alle: Die Curly Girl Methode. Viele der Empfehlungen der Gründerin Lorraine Massey sind nicht mehr aus unserer Locken-Routine wegzudenken und sind fester Bestandteil unseres Alltags geworden.
Seit ein paar Jahren ist der damalige „Trend“ aus den USA auch hier bei uns angekommen und hat die Haarpflege der Curlies und Wavies revolutioniert. Locken und Wellen werden heute mit Liebe gepflegt, anstatt sie mit dem Glätteisen in Form zu zwingen. Wir tragen unsere Locken jetzt mit Stolz und lassen das negative Image hinter uns.
Lorraine Massey, die, wie die meisten von uns, mit ihren Locken seit der Kindheit kämpfte, machte es sich zur Aufgabe, sich und ihre Haare so anzunehmen, wie sie sind und das Beste aus der natürlichen Struktur herauszuholen. Sie schrieb das
Buch „Curly Girl: The Handbook“ (ISBN 9780761164029) und veränderte damit die Sicht auf Locken und Wellen nachhaltig.
Das Buch ist auch heute noch ein großartiger Ratgeber. Allerdings haben viele Curlies und Wavies ihre eigenen Routinen auf Basis der CGM angepasst, Produkthersteller haben neue Produkte kreiert, Blogs und Online Shops sind entstanden und in Communities werden Erfahrungen und Best-Practices ausgetauscht. Einmal in der Curly-Bubble angekommen, kommt man da so leicht nicht mehr raus. Die Curly Girl Methode ist zu einer richtigen Bewegung geworden.
Manchmal ist diese Dynamik aber auch ein wenig fatal. Denn wofür die Curly Girl Methode eigentlich steht, ist gar nicht mehr so einfach ersichtlich. Viele Gerüchte, viele Meinungen und vor allem auch irre viel Marketing der Produkthersteller haben viele Halbwahrheiten oder gar Unwahrheiten in die Welt hinausgetragen. Einige dieser Unwahrheiten haben sich in der Gerüchteküche verselbstständigt und werden mittlerweile standardmäßig als Teil der CGM angepriesen - sind es aber gar nicht. Wusstest Du zum Beispiel, dass es in der echten Methode gar nicht um den Protein-Feuchtigkeits-Ausgleich geht? Diesen Fact, und noch weitere, findest Du jetzt hier. Wir klären auf!
1. Den richtigen Protein-Feuchtigkeits-Ausgleich finden
Fangen wir mit dem wohl größten Thema an. Wir lesen überall, dass die Balance zwischen Proteinen und Feuchtigkeit gefunden werden muss, um endlich schöne Locken zu bekommen. Zu viel Feuchtigkeit, aber auch zu viele Proteine schaden unseren Haaren.
Das ist auch korrekt und darf natürlich bei Deiner Produktauswahl berücksichtigt werden, das hat aber nichts mit der CGM zu tun. In ihrem Buch schreibt Lorraine Massey nichts von Proteinen in Haarprodukten. In einem Interview sagte sie einmal, dass sie Proteine in Produkten ablehnt - Proteine müsse man essen für schöne Haare und sie sich nicht in die Haare kippen.
Ihre Sichtweise lässt sich darauf zurückführen, dass die Haare ihrer Meinung nach so natürlich wie möglich behandelt werden sollen und das große Ziel gesunde Haare sei. Geschädigte Haare müssen abgeschnitten werden. Daher wird auch die Blondierung nicht thematisiert. Das Färben schließt sie nicht aus, allerdings sollte höchstens eine semi- oder demipermanente Lösung (Tönung oder Intensivtönung) angewendet werden, da sich die Farbe nur ums Haar legt und nicht nachhaltig die Schuppenschicht und Pigmente zerstört.
Alles in allem ist daher das große Thema der Protein-Feuchtigkeitsbalance definitiv kein CGM Thema.
2. Die Tests zur Bestimmung Deiner Locken
Die bekannten Tests, von denen wir immer wieder lesen, wie der Reißtest oder der Wasserglastest, gibt es in der echten Methode nicht. Diese Tests sind das erste Mal auf einer kommerziellen, amerikanischen Website im Rahmen eines Online-Tests aufgetaucht, mit dem man die Haarstruktur bestimmen lassen und daraufhin Produkte danach auswählen konnte. Abgesehen davon, dass diese Tests äußerst fragwürdige Ergebnisse erzielen und die meisten Menschen danach mehr verunsichert sind als vorher, wird in der echten CGM davon ausgegangen, dass alle Locken porös sind durch die Biegung der Haare und tendenziell viel Feuchtigkeit benötigen.
Lediglich ein Test wird im Buch beschrieben, der helfen soll den Haartyp zu bestimmen. Mit ihm hast Du einen Anhaltspunkt, ob Du Wellen, Engelslocken, Korkenzieherlocken oder doch Afrolocken hast. Es geht hier um den Spiralfaktor, auch als “shrinkage” bekannt, der variiert von etwa 2-10 cm bei Wellen bis hin zu 40 cm bei Afrolocken. Je länger Du Deine Locke auseinanderziehen kannst, umso lockiger ist sie.
3. Das Shampoo und die CGM oder doch der Co-Wash?
Co-Wash, also das Reinigen der Haare mit einem Conditioner, ist das Highlight der eigentlichen CGM. Shampoo wird hier grundsätzlich abgelehnt, nicht nur sulfathaltiges Shampoos (no-lather = kein Schaum). Das klingt vielleicht erst einmal befremdlich für uns, wenn wir stark reinigende Shampoos gewohnt sind, die ausgiebig schäumen und ein quietschend sauberes Gefühl auf den Haaren zurücklassen. Ein cremiger Conditioner kann und will dieses Gefühl auch gar nicht erzeugen. In der CGM geht es aber vielmehr um eine sanfte Reinigung und ganz viel Pflege – schon beim Reinigen. Wenn Du Co-Wash probieren möchtest, dann findest Du hier, wie dies funktioniert.
4. Gesunde Ernährung als fester Bestandteil der Curly Girl Methode
Sie begegnet uns immer wieder: Die gesunde Ernährung. Sie ist ein sehr wichtiger Faktor, wenn es um unsere physische und psychische Gesundheit geht. Wir wissen es alle, die Umsetzung ist für viele aber alles andere als easy, obwohl unzählige Beschwerden gelindert werden können.
Im alltäglichen Austausch über die CGM wird die Ernährung heute kaum noch thematisiert, dabei ist sie fester Bestandteil der echten Methode und ausschlaggebend für gesunde Haare. Lorraine Massey lässt in ihrem Buch extra eine zertifizierte Diät- und ganzheitliche Ernährungsberaterin zu Wort kommen, die in einem Abschnitt kurz auf folgende Nährstoffe eingeht:
Proteine:
Unsere Haare bestehen zu einem Großteil aus Proteinen, daher sei es nur logisch, sie ausreichend zu sich zu nehmen und in den täglichen Speiseplan mit einzubauen. Eine ausreichende Proteinzufuhr stärke das Haar, damit es gesünder wachsen kann.
Gesunde Fette:
Hierzu zählen Omega-3- und ungesättigte Fettsäuren, die sich positiv auf Deine Kopfhaut und Haare auswirken sollen, denn sie würden für ausreichend Feuchtigkeit und glänzendes Haar sorgen.
Mineralien:
Wer mit Haarausfall oder schütter werdendem Haar struggelt, könne mit Mineralien wie Zink, Magnesium und Selen teilweise etwas entgegenwirken.
Eisen:
Eisen soll ebenfalls bei der Vorbeugung vor schütterem Haar helfen.
Wie wichtig Essen für uns ist, kann nicht genug betont werden. Interessant ist es deswegen auch, dass das Thema in Kombination mit der CGM so gut wie gar nicht mehr thematisiert wird. Wir von der Lockenbar wollen das Thema aber wieder priorisieren und haben einen eigenen Blog gestartet, auf dem Du jeden Donnerstag ein neues Rezept findest. Den Blog "Wir essen uns die Locken schön" findest Du hier.
Übrigens: Falls Du bei Dir einen Nährstoffmangel vermutest, spreche das unbedingt erst einmal bei Deinem Arzt oder Deiner Ärztin an. Mit einem entsprechenden Bluttest lässt sich so etwas leicht herausfinden. Bitte vermeide die willkürliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Ein Überfluss an einigen Stoffen kann einen Mangel bei anderen Stoffen bedingen und der Körper wird dadurch nur noch mehr gestresst.
5. Der Fokus auf die Inhaltsstoffe
In der Auslegung der Curly Girl Method werden Produkte als CGM safe deklariert, wenn sieben Inhaltsstoffkategorien (Sulfate, Silikone, austrocknende Alkohole, Mineralöl, Wachs, Parabene, Phthalate) nicht enthalten sind.
Das ist soweit zwar korrekt, allerdings wird hierbei völlig ignoriert, dass Lorraine Massey sehr genau beschreibt, welche Inhaltsstoffe verwendet werden sollen - nämlich hauptsächlich natürliche, pflanzliche Inhaltsstoffe. Der Fokus auf den Ausschlusß der genannten sieben Inhaltsstoffkategorien führt dazu, dass extrem synthetische Produkte auf dem Markt unter dem Label “CGM safe” zu finden sind, die rein gar nichts mit natürlicher Kosmetik im Sinne der eigentlichen CGM zu tun haben.
Der Ausschluss dieser sieben Kategorien bedeutet definitiv nicht automatisch gute Kosmetik. Es gibt unfassbar viele Inhaltsstoffkategorien, die auch unbedingt zu vermeiden sind, nur nicht explizit im Handbuch von Lorraine Massey erwähnt werden.
Du solltest also nicht nur darauf achten, was nicht drin ist, sondern vielmehr auch, was drinsteckt!
6. Kämmen und Bürsten ist nicht erlaubt vs. Brush-Styling
In der echten Curly Girl Methode ist Kämmen und Bürsten der Haare nicht erlaubt. Das wird sehr häufig, insbesondere beim Styling der Haare, ignoriert. Dabei betont die CGM immer wieder, dass die richtige Bewegung auch beim Styling ‘von den Spitzen hin zur Kopfhaut’ ist (das sogenannte Scrunchen) und definitiv keine Zug-Bewegung von der Kopfhaut hin zu den Spitzen! Die Locken und auch Wellen sollen in ihrer Bewegung unterstützt und nicht in die Länge gezogen werden.
Unser Fazit
Viele Mythen, Meinungen und Halbwahrheiten kursieren mittlerweile über die Curly Girl Methode. Das ursprüngliche Ziel, die Liebe und Akzeptanz zu uns selbst zu stärken, gerät hierbei meistens in Vergessenheit. Dabei sollten wir uns dies immer wieder in Erinnerung rufen! Der riesige Drang nach Selbstoptimierung und Perfektion lässt uns nur frustriert zurück, weil sowohl wir, als auch unsere Locken und Wellen, nie perfekt sein werden. Dafür sind wir und auch unsere Locken einfach nicht gemacht.
Ob Du nun eher die echte CGM anwendest, nur Bruchteile davon oder Deine eigene Technik gefunden hast, kannst Du natürlich für Dich selbst entscheiden.
Was auch immer Du tust, achte dabei bitte auf Dich, Deine Locken - und auf unsere Umwelt!
Viel Spaß Dir dabei!
1 Kommentar
Liebe Gesche, herzlichen Dank für diesen informativen und aufschlussreichen Artikel. Ich habe mit Bio Gentleaf endlich meine Produkte gefunden.
Drea
Hinterlasse einen Kommentar
Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.